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Die Geschichte von Heidesheim

Sand und Sumpf

Eingebettet zwischen den Sumpfwiesen des Rheinstroms im Norden und den eiszeitlichen Sanddünen der Hangflächen im Süden zählten Dorf und Gemarkung Heidesheim seit jeher nicht zu den verwöhnten Landstrichen Rheinhessens.

Keltisches Siedlungsgebiet

Erste Siedlungsspuren lassen sich am" Weiler Berg" an der alten Gemarkungsgrenze zu Ingelheim und im Ortsteil Uhlerborn finden. Hier wurden um 1912 bei der Anlage eines Munitionsdepots drei steinzeitliche Gräber der "Glockenbecherteute" entdeckt. Geborgen wurden neben einem triangulären Kupferdolch auch ein Tongefäß, das als sogenannter. Heidesheimer Becher" im Landesmuseum in Mainz ausgestellt wird. 
Ursprünglich keltisches Siedlungsgebiet, finden sich in Heidesheim schon früh römische Siedlungsspuren, deren wichtigstes Zeugnis die St. Georgskapelle in der nordöstlichen Gemarkungshälfte in der Rheinniederung ist. Wohl im 6. Jahrhundert als Gutshof ("villa rustica") an der Römerstraße - die als Talstraße von Mainz nach Bingen führte - erbaut, war sie bis ins 14. Jahrhundert hinein der Dorfmittelpunkt Heidesheims. Am 8. Dezember 1776 ist die Kapelle abgebrannt und wurde kurze Zeit später wieder aufgebaut. 

historische Postkarte heidesheims mit vier Abbildungen. Einmal die Schlossmühle, burg Windeck, Totale von Heidesheim und Provinzial-Siechenhaus
Copyright: Feist, Ludwig Israel

Dorfkirche

Stets hochwassergefährdet und mückenverseucht wurde die Siedlungsstätte früh aufgegeben und an vor Überflutung sicherer Hangfläche am "Dincberg", möglicherweise am Platze einer alten germanischen Kultstätte, mit der neuen Dorfkirche fortgeführt. Diese alte Kirche wurde Ende des 18. Jahrhunderts als baufällig abgerissen und kurz darauf neuerrichtet. Der Turm allerdings wird der alte sein. 

Verwaltungsstruktur

Daneben war allerdings schon im 12. Jahrhundert am Sandbach, heute in der Nähe der östlichen Autobahnauffahrt, durch Kloster Eberbach ein Wirtschaftshof- der "Sandhof - errichtet, der stetig ausgebaut wurde und dem schließlich ein gutes Drittel der Heidesheimer Gemarkung gehörte, das von Eberbach eigenständig verwaltet wurde. Diese Verwaltungsstruktur hat dann erst Ende des 18. Jahrhunderts während der französischen Revolutionsherrschaft ihr Ende gefunden. Die übrigen Heidesheimer Gemarkungsteile waren bis 1414 Herrschaftsgebiet des Altmünster Klosters in Mainz als ein Drittel der Gemarkung dem Erzbistum Mainz unterstellt wurde, dem 1609 dann auch die restlichen zwei Drittel übergeben wurden.

Autor: Karl Urhegyi